Man schrieb das Jahr 1937,
da kam im Februar Albert Karl als Sohn der Maria Köster,
einer Schneiderin, und Albert Wilhelm Köster, einem
Kaufmann der Sanitärbranche Albert, der jetzige Museumsdirektor
zur Welt.
Zu Zeiten großer wirtschaftlicher Bedrängnis
wagte der Vater den Sprung in die Selbständigkeit.
Er gründete die Ingelheimer Weinniederlage im Hause
Ratingen Oberstraße 16. Zum Weinhandel kam in späterer
Zeit die Herstellung von Spirituosen aller Art hinzu.
Sohn Albert, der heute das private Kinomuseum in Ratingen
im Hause Oberstraße 8 betreibt, wurde nach Düsseldorf
in eine Drogistenlehre geschickt, damit aus ihm etwas
"Gescheites" werden sollte.
Gleich neben dem Hause in dem Albert aufwuchs, befand
sich das Capitol-Kino von Otto Höhndorf. Hier war
er häufig anzutreffen. Nicht um sich Filme anzusehen.
Die interessierten ihn nicht sonderlich. Die Frage: Wie
kommen sowohl die Standbilder (Reklame) wie auch Filme
auf die Leinwand interessierte ihn mehr. Ja, und so hielt
er sich, obwohl das eigentlich nicht erlaubt war, häufig
im Vorführraum, in dem außer vielerlei Betriebstechnik
auch die Projektoren standen, auf. Herr Baumfalk war damals
der Chefoperateur und dieser weihte Albert, so nach und
nach, in die Projektionskunst ein. Die Spätvorstellung
um 22 Uhr durfte er, nachdem er alle erforderlichen Griffe
beherrschte, ganz alleine ausführen.
Nun gibt es bei den Projektionisten einen Spruch der besagt,
daß jeder, der einmal mit Celluloid in Berührung
gekommen ist, nicht mehr davon los kommt. So muß
es wohl auch dem Albert Köster ergangen sein, denn
ansonsten würde er sich jetzt, da er fast 70 Jahre
Alt ist, auf Teneriffa in der Sonne vergnügen statt
das Museum zu betreuen. Es erfreut ihn immer wieder, wenn
er kleinen Gruppen etwas über die ehemalige Ratinger
Kinolandschaft erzählen kann, denn er gehört
zu den Letzten, die zu diesem Thema noch etwas sagen können.
Auch zeigt er heimatgeschichtlich interessierten Personen
gerne den ältesten Film von Ratingen. Dieser wurde
im Jahre l926 aufgenommen, als die Bürger mit recht
großem Aufwand die 650 te der Stadterhebung feierten. |
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