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Die Erfindung des bewegten Bildes ist zweifellos das Verdienst der Gebrüder Lumière. Die beiden Franzosen verdienten ursprünglich ihr Geld mit der Herstellung von Aufnahmeplatten für fotografische Zwecke. Sie sind die Erfinder des Kinomatographen mit dem sie 1895 in Paris die erste Kinoprojektion der Welt bewerkstelligten. Doch schon bald nachdem das Kind geboren war, griffen viele Techniker die Idee auf und verfeinerten sie.

So kann man heute mit Gewißheit sagen, daß Eduard Liesegang und Heinrich Ernemann dafür sorgten, daß das Kintop, wie man früher sagte, sich schnell verbreitete. Wichtig war die Verbesserung der Projektionsqualität, denn diese war zu Beginn der Kinozeit noch recht mäßig! "Kino" ist übrigens eine Wortschöpfung von Ernemann, ja, und wie wir alle wissen, ist dieses Wort voll in die deutsche Sprache integriert worden. Selbst bei Videoproduktionen, welche auf ganz anderen Prinzipien beruhen, spricht man vom Kino. Das Wort "Film" hingegen wurde aus der englischen Sprache übernommen. Spricht man heute somit vom Kinofilm, um das Produkt von einer elektronischen Entstehungsweise zu unterscheiden, so faßt man englisches und deutsches Sprachgut zusammen.

Doch wer achtet schon auf solch feine Unterschiede? Man kann es vereinfacht wohl so sagen: Alles was im Fernsehgerät präsentiert wird, ob dieses nun extrem flach gestaltet ist oder eine Tiefe von ca. 50 cm hat, wird elektronisch erzeugt. Wenn Qualität erforderlich ist, hier seien die Großkinos genannt, muß derzeit immer noch Film eingesetzt werden.

Neben den Ernemann-Werken in Dresden etablierte sich im Süden Deutschland der Projektorenhersteller Bauer. Eugen Bauer in Stuttgart hatte ganz tolle Ideen, jedoch kaum Geld um diese zu verwirklichen. Dieses lieh er sich beim Autozulieferer Bosch, der wegen seiner Patente auf Zündkerze und Zündsysteme nicht über Geldmangel zu klagen hatte.

Einführungstext zu den Nadelton-Gafiken
Stummfilm, dieses Wort läßt uns automatisch an die Pionierzeit der Kinematographie, denken, was ja auch gar nicht so falsch ist. Der erste Film, produziert von den Gebrüdern Lumière war es mit Sicherheit. Das Medium war ja auch gerade erst erfunden worden. Doch schon bald war diese Phase vorbei. Kommentatoren, Stehgeiger, Pianisten und, allerdings nur in Kinopalästen, die Kinoorgel umrahmten das Geschehen auf der Leinwand. Die heute lebende Generation würde sagen : Lieferten den Background. Soweit so gut. --- Es gab allerdings auch eine Zeitspanne in der man technische Geräte einsetzte um das Lebende Bild auf der Leinwand zu vervollständigen. Nadelton ! Wir, die wir noch Schallplatten im Schrank stehen haben, kennen ihn. Zusammen mit dem Film wurden Schallplatten abgespielt, die sich jedoch von normalen Platten in wesentlichen Handhabungen unterschieden. Im Ratinger Kinomuseum sind 2 solcher, heute recht seltenen Schellackschallplatten eingelagert, können in Ermanglung des Speziellen Plattenspielers jedoch nicht abgespielt werden Die Platten, nur mit Musik bespielt, mußten paßgenau zum Bild den Ton liefern. Das bedeutete, daß man für Synchronisation des Projektors mit dem Nadeltongerät zu sorgen hatte. Verschiedene Wege wurden beschritten. Kein Verfahren konnte sich durchsetzten. Die Lösung kam um 1930. Der Lichttonfilm! Maßgeblich an seiner Entwicklung waren die deutschen Experimentatoren Engl, Massolle und Vogt beteiligt. Der Lichttonfilm hat sich, wenn auch mit Varianten, bis zur heutigen Zeit erhalten. Einen interessanten Bericht zum Thema Lichttonfilm können Sie bei WIKIPEDIA finden. Wer sich in heutiger Zeit für Stummfilme mit Orgelbegleitung interessiert ist gut beraten wenn er im Internet www.kaets.de aufruft. Wilfried Kaets ist es auch, der hin und wieder die Düsseldorfer Kinoorgel in Betrieb setzt.

Eugen Bauer und Heinrich Ernemann wurden im Verlaufe der Zeit zu den wichtigsten deutschen Projektorenherstellern. Eduard Liesegang, obwohl auch ein Mann der ersten Stunde, konnte nicht mithalten. Im Liesegangwerk in Düsseldorf wurden allerdings bis zum Jahre 2005 noch nach 2005 Dia- und Overheadprojektoren hergestellt. Im 150-ten Jahr des Bestehens kam dann allerdings der finanzielle Niedergang. Der Auktionator schwang den Hammer. Kino-Bauer hatte schon vorher die Produktion von Projektoren aufgegeben.

Derzeit, und wir schreiben jetzt das Jahr 2006, wird in Deutschland (Kiel), nur noch der Ernemann-15 Projektor hergestellt. In ihn hat man einen Ellipsoidspiegel eingebaut, der das Xenonlicht in einer Qualität in die Optik leitet, von der die Vorgänger-Konstrukteure nur träumen konnten!


weitere links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_Kino
http://de.wikipedia.org/wiki/IMAX

 


Weitere Technik-Themen:

Das Malteser-Kreuz-Getriebe
Das Zentrum des Projektors

Heinrich Ernemann
Ein Wegbereiter des modernen Kinos





Bucheintrag Captol-Kino, 1950
Die interessante Geschichte eines alten Buches

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